Oberdeck #100: Under the Same Sky. Alone and Yet Everywhere. Julia Lusser

Credits: Julia Lusser
Under the Same Sky
Alone and Yet Everywhere
Die Arbeiten entstehen aus Momenten der Isolation, in denen sich emotionale Zustände in materielle Formen übersetzen. Während meines Aufenthalts in Skopje wird der Alltag selbst zum Material. Gefundene und weggeworfene Fragmente, insbesondere Plastik, tragen Spuren ihrer ursprünglichen Funktion und werden geschichtet, geschnitten und nur teilweise fixiert.
In diesem Prozess verlieren die Materialien ihre Eindeutigkeit und bewegen sich zwischen Präsenz und Auflösung. Die Arbeiten bleiben bewusst instabil und zeigen Zustände zwischen Halt und Zerfall.
Der Himmel wird zu einem wiederkehrenden Bezugspunkt. Etwas, das überall derselbe ist und doch nie gleich erscheint. In ihm liegt die Möglichkeit von Verbundenheit, während offen bleibt, ob dieses Gefühl eher in Richtung Freiheit oder Einsamkeit kippt
Im Artist Talk mit Mathias Grüner möchte ich über den Begriff Heimat und sein Gegenteil sprechen. Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, innerhalb desselben Landes in die Fremde zu ziehen und wie sich Vertrautheit und Fremdheit oft weniger an geografischen Grenzen als an inneren Zuständen festmachen. Mich interessiert, was Fremdheit mit einem Menschen macht, wie sie verunsichern, isolieren und entwurzeln kann, aber zugleich neue Perspektiven eröffnet, Gewohntes hinterfragt und persönliches Wachstum ermöglicht. Ausgehend von Under the Same Sky geht es um die Frage, ob Heimat ein Ort ist oder vielmehr ein Gefühl, das sich zwischen Nähe und Distanz ständig verändert.
Art-Marende mit Mathias Grüner
Sonntag, 16. August um 15 Uhr