Über uns
Das Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Graz und überregionalen und internationalen Vernetzungen.
Gegründet 2008, bezweckt er die Entwicklung und das Betreiben von Ateliers, Studios und Veranstaltungsräumen für die Produktion und Präsentation zeitgenössischer Kunst aller Sparten. Dazu gehört auch die Konzeption, Organisation und Durchführung von Kunstprojekten (Ausstellungen, Performances, Konzerte, Filmvorführungen, Workshops, Symposien etc.), die Herausgabe von Publikationen und die Zusammenarbeit mit inländischen und ausländischen Kolleg:innen, Initiativen und Institutionen.
Ordentliche Mitglieder sind die permanenten Mieter:innen von Ateliers im gemeinsam selbstverwalteten Atelierhaus. Als außerordentliche Mitglieder können sich Künstler:innen und Theoretiker:innen bewerben, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind und mit dem künstlerischen Profil des Hauses in Einklang stehen. Sie können nach Maßgabe der Möglichkeiten temporär Ateliers und Werkstätten nutzen und sich an Projekten und Veranstaltungen beteiligen. Personen mit besonderen Verdiensten um den Verein können zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Weiters besteht die Möglichkeit, den Verein mittels erhöhtem Mitgliedsbeitrag als förderndes Mitglied zu unterstützen.
Die Finanzierung des Vereins erfolgt über Mitglieds- und Teilnahmebeiträge, Raummieten, Sponsoren, Spenden und Subventionen der öffentlichen Hand. Die Vereinstätigkeit wird zu einem großen Teil durch die ehrenamtliche Zusammenarbeit aller Mitglieder getragen.
Koordinationsteam/ Vorstand
Anja Korherr
Catrin Manoli
Franz Konrad
Jakob Bock
Keyvan Paydar
Mirjam Schrei
Künstlerische Geschäftsführung:
Jasmin Haselsteiner-Scharner
ZVR 259605619
Die Geschichte
Das Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz wurde im Juni 2008 als fluide Oase des Wohlbefindens in den ehemaligen Räumen eines „Bäderparadieses“ installiert. Die erste Fliese wurde von Daniel Bergmayr, Isabel Espinoza, Eva Ursprung, Kathrin Velik und Markus Wilfling verlegt. Von 2008 – 2011 arbeiteten bis zu 50 Künstler:innen im Gewerbegebiet hinter dem Grazer Hauptbahnhof.
Nach dem Verkauf des Gebäudes wurde der günstige Prekariumsvertrag gekündigt und die Künstler:innen suchten intensiv nach neuen Räumen, die ähnliche Voraussetzungen für die weitere Zusammenarbeit bieten sollten. In der Zwischenzeit wurde vagabundierend im öffentlichen Raum und mit temporären Übergangslösungen gearbeitet.
Die Gemeinschaft
Die Zusammenarbeit von Künstler:innen unterschiedlicher Sparten, Kompetenzen und Altersgruppen schafft unschätzbare Synergien und treibt die künstlerische Entwicklung voran. Gemeinsame Ausstellungen, internationale Projekte, ein Gastatelier sowie Austauschateliers mit anderen europäischen Initiativen sorgen für internationale Vernetzung.
Seit 2015 ist das Schaumbad Partner von St.AiR., dem Stipendiaten-Programm des Landes Steiermark. Die internationalen Stipendiat:innen des Landes nutzen Werkstätten und Ateliers und präsentieren hier ihre Arbeiten.
Das Haus
2013 hat das Schaumbad in einer ehemaligen Limonadenfabrik im Industriegebiet am Südrand von Graz Flächen von ca. 2.200 m2 angemietet, die seither sukzessive adaptiert und bezogen werden. Die 1.100 m2 große Halle im Erdgeschoß wurde in Ateliers, ein Videostudio (Greenbox), ein Klanglabor und einen Veranstaltungsraum („Hauptdeck“) unterteilt. Ein kleinerer Veranstaltungsbereich befindet sich im Obergeschoß („Oberdeck“). Vor dem Haus wurde eine Terrasse mit großer Videoleinwand für sommerliche Open-Air Vorführungen gebaut („Sonnendeck“). Weitere Bereiche wurden für eine gemeinsame, für alle Künstler!nnen mit Bedarf nutzbare Werkstatt für Holz-, Metall- und Keramikarbeiten, eine Dunkelkammer, sowie ein Studio für Ton- und Fotoaufnahmen adaptiert.
Künstler:innen
Ateliers
Fläche in m²
Das Programm
Die beiden Veranstaltungsflächen (200 bzw. 160 m2) werden seit der 2017 erfolgten Fertigstellung ganzjährig mit Kunstprojekten, Ausstellungen, Symposien, Konzerten, Performances, Theaterproduktionen und sonstigen künstlerischen Nutzungen bespielt. Bereits seit 2014 finden hier Veranstaltungen statt, u.a. in Kooperation mit dem steirischen herbst und zur „ORF-Lange Nacht der Museen“. Eine kontinuierliche Reihe ist der monatliche „Art Brunch im Bad“. Dieser gibt Einblick in die Arbeit im Schaumbad und dessen künstlerischen Umfeldes. In sonntäglichen Werkstattgesprächen werden seit 2015 in einem variablen, informellen Rahmen Arbeiten und Prozesse diskutiert und Netzwerke gesponnen.
Leitbild
Das 2008 gegründete, freie Atelierhaus und sein Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm wird im Sinne eines Künstler:innenvereins betrieben. Dafür zeichnet seit Oktober 2021 ein sechsköpfiges Team aus Künstler:innen des Hauses, gemeinsam mit der künstlerischen und der kaufmännischen Leitung, inhaltlich und operativ verantwortlich.
Mit seinen mehr als 20 Ateliers, den drei gemeinsam genutzten Werkstätten, den Filmstudios, den Ausstellungs- und Veranstaltungsräumlichkeiten versteht sich das Schaumbad als Ort individuellen und kollektiven Kunstschaffens und -vermittelns. Als Ort, an dem sich etablierte Künstler:innen mit jungen Kunstschaffenden, die am Anfang ihres professionellen Schaffens und Experimentierens stehen, zusammentun, um sich auszutauschen und gemeinsam Projekte zu entwickeln. An dem Profis und Laien, Kunstaffine und Kunstnahe mit gesellschaftlich relevanten Fragen in ästhetischen Objektivierungen in Kontakt kommen. Der als inter-disziplinäre Plattform fungiert und künstlerisch innovativ agierende Institutionen und Menschen lokal wie international miteinander vernetzt und damit neue Formen des künstlerischen Schaffens solidarisch vorantreibt und sichtbar macht. Als Ort, an dem Kunst innerhalb und über Disziplinengrenzen hinweg als Arbeitsplatz und Lebens-form verstanden wird. Der seine Verantwortung gegenüber seinem Umfeld und seiner Nachbar:innenschaft durch aktive Miteinbeziehung des Triesterviertels wahrnimmt. Wo Kunst abseits touristischer Pfade der Hochkultur zugänglich sein will, in einem Stadtviertel, das von industrieller und Wohnnutzung, von randständigen urbanen Institutionen (u.a. Abfallsammelstelle Lastenstraße, Schlachthof, Moschee etc.), sowie einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund geprägt ist.
Die Ausrichtung des Hauses und seiner Projekte ist explizit interdisziplinär, partizipativ/kollaborativ, inklusiv, antirassistisch und antisexistisch und patriarchats- und konsumkritisch. In seinem Grundverständnis und seinen Projekten lässt sich das Schaumbad auf die Prozesse der Digitalisierung ein und agiert bewusst den Auswirkungen der Klimaveränderung entgegen. Ebenso arbeitet das Schaumbad mit dem Bewusstsein von Migration als Konstante der Menschheit.